ORTE. zwischen Beheimatung und sozialer Isolation
Eröffnung 26.09.2026 | 12–15 Uhr | Kulturbunker Bonn

Wie fühlt sich Einsamkeit an? Ist man glücklich allein oder einsam unter Menschen? Welches Bild entsteht vor dem inneren Auge, wenn man an „Heimat“ oder „zu Hause“ denkt – ein architektonischer Ort, ein Stück Landschaft oder vielmehr ein innerer Ort, ein zwischenmenschliches oder körperliches Gefühl?

Mit diesen selbstgewählten Fragen haben sich Studierende des Studiengangs Malerei/Grafik der HBK Essen im Rahmen einer Lehrveranstaltung auseinandergesetzt. Entstanden ist die Ausstellung „ORTE. zwischen Beheimatung und sozialer Isolation“, die am 26. September 2026 im KULTURBUNKER in Bonn-Poppelsdorf eröffnet wird – in Kooperation mit der Dr. Hans Riegel-Stiftung.

Der Hochbunker als Ausgangspunkt

Bei einer gemeinsamen Besichtigung und Führung erhielten die Studierenden Einblicke in die Geschichte und Atmosphäre des KULTURBUNKERS. Dabei wurde erfahrbar, wie der Bunker nach dem Zweiten Weltkrieg von Studierenden bewohnt und genutzt wurde: auf engstem Raum ohne Fenster und doch mit einem winzigen Zimmer, das ein kleines Stück Privatsphäre bot. Zugleich entstand auf dem Flachdach ein intensives soziales Leben mit Sport und Feiern.

Das Erleben des Ortes eröffnete einen ersten Zugang zu den Fragen nach Beheimatung, Rückzug und sozialer Nähe: Wie entsteht ein Zuhause trotz Enge, und wann wird ein geschützter Raum zu einem Ort der Isolation? In welchen Räumen leben die Studierenden heute?

Der Bunker als Studentenwohnheim in der Nachkriegszeit. Foto: © Käthe Augenstein

Walls of Vision – Malerei im Gespräch mit der Kunstgeschichte

Einen zweiten Rahmen für die Bildkonzeption bildet das Fassadengestaltungskonzept WALLS OF VISION: Jede und jeder Studierende wählte eine historische Malerei aus, die neu interpretiert wird. Der Auswahlprozess fand im Museum statt, in der direkten Auseinandersetzung mit dem Original. Die historischen Werke – von Jean-Honoré Fragonard und Claude Monet über James Ensor bis Piet Mondrian – wurden so zu Gegenüber und Gesprächspartner über Vergangenheit und Gegenwart.

Zu leben beginnen die Malereien schließlich über eigene Erinnerungen und Empfindungen: das eigene Zimmer, ein vertrauter Gegenstand, die beinahe Berührung von Händen, Orte der Kindheit, ein Stück Natur. In den mehrdimensionalen Schichten der Malerei entstehen so neue „Orte“ – zwischen Erinnerung und Gegenwart, Nähe und Distanz, Geborgenheit und Isolation.

Die beteiligten Studierenden
Marcel Asendorf · Marlene Becker · Selin Binici · Gioia Victoria Girardet · Anastasija Kojic · Jil Meyers · Ezgi Öztürk · Olivia Pawelek · Klarissa Puschnus · Ava Magdalena Schwarz · Karolina Schymura · Ole Christian Sorns · Mélina Speck · Uta Sophia Tacke · Ekaterina Vasilenko · Minsuk Yoo

Betreuung der Lehrveranstaltung: Prof. Nicola Staeglich

Ausstellungseröffnung
Samstag, 26. September 2026 | 12–15 Uhr
KULTURBUNKER · Trierer Straße 24 · 53115 Bonn-Poppelsdorf

Um Rückantwort wird gebeten – per E-Mail bis zum 22. September 2026 an kulturbunker@hans-riegel-stiftung.com

Alle Arbeiten im Überblick
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Mehr zum Studiengang: Malerei/Grafik (B.F.A.)

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